Vor zwei Jahren begann ich die schöne Reihe Mely Kiyak hat Kunst, in der jeder Abend im Prinzip gleich verläuft: Zum Einlass spielen wir (vom Band) »Ich tauche auf« von Tocotronic, ich gehe zu meinem Dirigierpult, halte eine überlebenswichtige Rede für die Kunst, dann hören wir etwas Musik, Klavier, Gitarre, Geige, Cello, .. – es wurden so viele Instrumente gespielt, ich kann sie jetzt nicht alle aufzählen –, dann begrüße ich meinen »Sesselgast«. Es folgt eine geistreiche Unterhaltung, anschließend stellen wir aktuelle Lebensbücher vor, die Herr Palent von der Buchhandlung Knesebeck Elf auf dem Büchertisch bereit hält, dann wird erneut live auf der Bühne Musik gespielt und wir verlassen zu »Hoffnung« von Tocotronic geschlossen das Studio, um in der Kantine weiter zu palavern und uns des Lebens zu erfreuen.
Ein simples Konzept, das jeden Abend funktionierte, egal welcher Künstler sprach, welcher Musiker kam, Wetter egal, Weltlage egal, es war ausnahmslos immer herrlich, bewegend, inspirierend. Uwe versteckte mir in jeder Kulisse eine Theaterpistole (Anspielung auf Tschechows Pistole*), Deniz gestaltete die Abendzettel, Plakate, und alles für die digitale Werbung, (seine Grafik verdient eine eigene Ausstellung), Alexa und Ece (früher René) betreuen die Produktion, dazu gehört auch, dass sie mir auf der Bühne helfen, sollte ich das Mikrofon verbummeln, oder den Gast (ja, hat‘s auch gegeben, dass ich den Gast aus Versehen im Theater »liegen ließ«), Ton, Licht, Abenddienst, manchmal Security, es war stets ein aufregender und gelungener Spaß.
Ich mache es kurz: ich habe es mir verdient, dass ich in meiner letzten Show mein eigener Gast bin und Herbert Grönemyer moderiert.
– Mely Kiyak
Grafik: Deniz Keskin